'Wo ist der Gott des Friedens?'

74. Hauptversammlung des Reformierten Bundes (12.-14. Mai 2022) ist eröffnet


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In seiner Eröffnungspredigt sprach Generalsekretär Hannes Brüggemann-Hämmerling über Zweifel in Zeiten des Krieges - und warum es nun umso wichtiger sei "unserer Angst nicht nachzugeben".

Ist ein „gerechter Friede“ in Zeiten wie diesen möglich? Der Ukrainekrieg lässt viele Menschen zweifeln. In seiner Eröffnungspredigt im Dom zu Halle (Saale) bezog sich Hannes Brüggemann Hämmerling, neuer Generalsekretär des Reformierten Bundes, auf Jesaja 55, 12: „Denn mit Freude werdet ihr ausziehen, | und in Frieden werdet ihr geleitet.“ Der Bund Gottes sei eine Verheißung, die uns immer wieder daran erinnere, dass Er uns vertraut. Am Beispiel Ukrainekrieg erlebten wird gerade eine „anfassbare schreckliche Realität“, die „unsere Überzeugung in Frage“ stelle: „Wo ist der Gott des Friedens?“ Gerade jetzt gelte es aber umso mehr, „unserer Angst nicht nachzugeben“ und dem Bund Gottes zu vertrauen.

Für Brüggemann-Hämmerling war es die erste Hauptversammlung in seinem Amt als Generalsekretär des Reformierten Bundes. In einem Eröffnungsgottesdienst gratulierte ihm Kathrin Oxen, Moderatorin des Reformierten Bundes, zu seinem Amt. Oxen betonte in ihrem Bericht, wir erlebten durch die Pandemie wie auch mit dem Ukrainekrieg starke Umbruchserfahrungen. Unsere Herausforderung sei es, diese in unser bewährtes Wertesystem zu integrieren. „Weder gedankenloser Pazifismus noch gedankenloser Militarismus“ seien die Lösung.

Friedrich Kramer, Landesbischof der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland und neuer Friedensbeauftragter der EKD, betonte in seinem Grußwort die Friedensverheißung als „zentrale Botschaft“ der christlichen Kirchen. In Anlehnung an den Zwischenruf zur Friedensverantwortung der Kirche des Reformierten Bundes aus dem Jahr 2017 sprach er sich dafür aus für den gerechten Frieden zu beten. Der Feind des Glaubens sei nicht der Zweifel, sondern die Angst.

Die 74. Hauptversammlung des Reformierten Bundes befasst sich unter dem Titel "40 Jahre christlich-jüdischer Dialog" in einem Schwerpunkt mit Stationen der jüdisch-christlichen Weggemeinschaft, aus unterschiedlichen Perspektiven: Zu den geladenen Gästen gehören die beiden Vortragenden Prof. Dr. Micha Brumlik (Interview mit reformiert-info), Senior Advisor am Zentrum Jüdische Studien Berlin/Brandenburg und Seniorprofessor an der Goethe-Universität Frankfurt am Main, sowie Dr. Manuel Goldmann, der unter anderem mehrere Jahre als Direktor des Predigerseminars von Kurhessen-Waldeck tätig war.

Die 74. Hauptversammlung wird außerdem Raum geben für den Austausch über den Ukrainekrieg und die Folgen. Bereits 2017 beschloss der Reformierte Bund bei der Hauptversammlung in Moers seinen Zwischenruf zur Friedensverantwortung der Kirche, unter dem Titel „Die Welt, unsere Angst und der Gott des Friedens“.

Für den Reformierten Bund stehen wichtige Entscheidungen an: So ist für Samstag den 14. Mai die Wahl eines/r vorübergehenden Nachfolgers/in der Moderatorin geplant: Kathrin Oxen hatte angekündigt, ihr Amt aus beruflichen Gründen vorzeitig niederzulegen. Das Moderamen hat bereits einen ersten Vorschlag gemacht: Pfarrer Bernd Becker, Herausgeber der evangelischen Wochenzeitung "Unsere Kirche" (UK), Direktor des Evangelischen Presseverbands für Westfalen und Lippe in Bielefeld sowie Moderamensmitglied des Reformierten Bundes (gewählt bis 2023). Weitere Vorschläge bei der Hauptversammlung sind möglich.

Die Hauptversammlung wird per Live-Streaming auf dem YouTube-Kanal des Reformierten Bunds begleitet. Die Programmübersicht finden Sie hier.


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74. Hauptversammlung des Reformierten Bundes: 12.-14 Mai 2022, Halle an der Saale

Bei der 74. Hauptversammlung des Reformierten Bundes befassen wir uns mit Stationen jüdisch-christlicher Weggemeinschaft. Vor dem Hintergrund des Ukrainekrieges wird es aber auch Raum geben, Fragen der Friedensethik zu diskutieren. Lesen Sie hier unser Programm.

Werner-Sylten-Preis für christlich-jüdischen Dialog wird erneut verliehen

Ausschreibung zum 80. Jahrestag der Ermordung am 12. August
Zum 80. Jahrestag der Ermordung von Werner Sylten am 12. August schreibt die Evangelische Kirche in Mitteldeutschland (EKM) zum siebten Mal den Werner-Sylten-Preis für christlich-jüdischen Dialog aus.

Quelle: EKMD